18.10.2017

Tagesheilige - 18. Oktober: Hl Evangelist Lukas

 
Mabuse (Jan Gossaert): Lukas malt die Madonna, 1520 - 25,
Kunsthistorisches Museum in 
Wien
Quelle: http://www.wga.hu/html/g/gossaert/1/index.html
Hl. Lukas

Evangelist – Geboren: vor Christi Geburt in Antiochia, Syrien – Gestorben: 1. Jh. in Böotien, Griechenland.
Patron von Bologna, Padua und Reutlingen; der Ärzte, Maler, Notare, Chirurgen, Künstler, Goldschmiede, Bildhauer, Buchbinder, Metzger, Sticker, Glasmaler; des Viehes; des Wetters; der christlichen Kunst.

Hl. Lukas, Evangelist, genoss eine sorgfältige Ausbildung in den Wissenschaften und wandte sich dem ärztlichen Berufe zu.In seiner Heimatstadt Antiochia, wohin die christliche Lehre sehr früh kam, bekehrte er sich und wurde der Begleiter des hl. Paulus, mit dem er Arbeiten und Mühen, ja selbst die Gefangenschaft teilte. Er ist der Verfasser des dritten Evangeliums und der Apostelgeschichte und so ein herrliches Werkzeug Gottes geworden, in dem wunderbar das Wirken des Heiligen Geistes mit persönlicher Eigenart und natürlicher Tüchtigkeit sich verband. Das Evangelium zeichnet besonders Christus nach seiner erbarmenden und liebenswürdigen Seite.
Die Legende macht Lukas zum Maler der Gottesmutter; das ist im höheren Sinne wahr, denn im Evangelium hat er Maria wirklich gemalt.


Quellen: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf – Schuber-Schindler – Pattloch-Verlag / Sonne Dich – P. Max Dudle SJ. - Hrsg.: DVCK e. V. , Frankfurt am Main.

Gedanken des hl. Bernhard von Clairvaux





Die Heiligen bedürfen unserer Ehren nicht, und unsere Andachten bringen ihnen keinen Nutzen. Wenn wir aber dennoch ihr Andenken ehren, so ist dies offenbar zum Vorteil für uns, nicht für sie.

Bemüht euch mehr darauf zu achten, was Gott im Innern zu euch sagt, als was euch von außen ein Mensch zuspricht. Denn diese innere Stimme ist die überwältigende und starke Stimme, die Wüsten erschüttert, die verschlossensten Bereiche sprengt, den starren Panzer der Seele durchbricht.

Maria ist jener wundervolle, unvergleichliche Stern, der hoch über dem weiten Meer schimmert, im Glanz herrlichster Verdienste. Toben Stürme der Versuchung in dir, fährst du auf Klippen der Trübsal, schau empor zu dem Stern, rufe zu Maria. (Bernhard von Clairvaux)

Hl. Bernhard von Clairvaux (1890-1153),
Mystiker


Quelle: Fatima Ruft – Heft Nr. 148 – Mai 1997 „Auf ein Wort“

Tagesheilige: 18. Oktober - hl. Petrus von Alcántara


Petrus von Alcántara

Ordensgründer, Mystiker OFMDisc
Geboren: 1499 in Alcántara/Lissabon, Portugal.
Gestorben: 18. Oktober 1562 in Arenas, Spanien.
Patron von Brasilien; der Diözese Coria und Estremadura; der Nachtwächter; gegen Fieber.

Petrus von Alcántara ist der Patron der Nachtwächter. Der Grund: Er schlief, nachdem er ins Kloster eingetreten war, keine Nacht mehr als eineinhalb Stunden. Seine Berühmtheit erlangte der 1499 in dem portugiesichen Städtchen Alcántara geborene Sohn aus dem Adelsgeschlecht Alcántara als Reformer innerhalb des Franziskanerordens, als großer Förderer von Theresia von Ávila und als Verfasser eines Lehrbuches, das 200 Auflagen erzielte.
Petrus trat bereits mit 16 Jahren dem Franziskanerorden bei und wurde 19jährig Pförtner eines Klosters. Nachdem er innerhalb seines Ordens zahlreiche Ämter bekleidet hatte, gründete Petrus von Alcántara 1555 mit dem Einverständnis von Papst Paul IV. die Gemeinschaft der Discalceaten (Unbeschuhten), eine Reformkongregation von einer Strenge, wie es sie bisher noch nicht gegeben hatte. Die Brüder nannten sich „Fratres strictissimae observantiae“ oder nach ihrem Gründer Alcantariner. Sie lebten in Kleinzellen, gingen jahraus, jahrein barfuß, schliefen auf dem Boden oder auf Brettern und aßen weder Fleisch und Fisch noch Eierspeisen. Petrus von Alcántara erlegt sich selbst die strengsten Regeln auf: Fast täglich geißelte er sich und schlief nachts höchstens eineinhalb Stunden im Sitzen. Auf seinem Körper trug er ein Hemd aus scharfen Blech. Immer wieder wurden ihm mystische Gnadenbeweise zuteil.
Petrus von Alcántara gehörte zu den bedeutendsten Persönlichkeiten seiner Zeit und hatte großen Einfluss auf alle Gesellschaftsschichten. Er machte sich als Gründer mehrerer Klöster einen Namen und war einer der geachtetsten religiösen Schriftsteller. Ganz entscheidend förderte Petrus die Arbeit von Theresia von Ávila bei der Reformierung des Karmelitenordens.
Petrus von Alcántara starb am 18. Oktober 1562 in Arenas, das seither den Zusatz „de San Pedro“ trägt und bis heute von der Erinnerung an seinen großen Heiligen lebt. Immer wieder stößt man hier auf den Namen Pedro. Die gotische Pfarrkirche allerdings, in der Petrus von Alcántara beigesetzt wurde, heißt „de la Assunción“ (Aufnhame in den Himmel). Etwas außerhalb der Stadt steht das Kloster San Pedro de Alcántara, das im 18. Jh. von König Karl III. Erbaut wurde. Papst Clemens IX. sprach Petrus 1669 heilig.
Darstellung: Im einfachen Gewand seiner Reformkongregation wurde Petrus von Alcántara meist dargestellt, als Attribute sind ihm Geißel, Totenkopf, Taube, Stern, Buch und Tintenfass beigegeben.
Häufig ist er auf Abbildungen auch gemeinsam mit Gefährtin Theresia von Ávila zu sehen.


Quelle: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf – Schauber-Schindler – Pattloch-Verlag

17.10.2017

Tagesheilige - 17. Oktober : Hl. Contardo Ferrini




Hl. Contardo Ferrini

Professor – Geboren: 4. April 1859 in Mailand, Italien – Gestorben: 17. Oktober 1902 in Suna, Italien.

Contardo Ferrini hatte Jura studiert und war nach zwei weiteren Studienjahre in Berlin, ab 1882 Dozent und dann Professor für römisches Recht in Pavia, Messina und Modena. Darüber hinaus arbeitete er aufopferungsvoll im Jugend- und Männer Apostolat und half, wo immer er konnte. Contardo Ferrini, der zu den größten Gelehrten und Wissenschaftlern seiner Zeit gehörte und bedeutende wissenschaftliche Werke verfasste, stand bereits im Ruf der Heiligkeit, als er 1902 an Typhus starb. Papst Pius XII. Sprach Ferrini am 13 April 1947 selig.
Verehrung/Brauchtum:  In der Diözese Berlin wird Contardo Ferrini am 22. Oktober gedacht.


Quelle: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf – Schauber-Schindler – Pattloch-Verlag

Werkzeuge Gottes


„Die Feder weiß nicht, was sie zuschreiben hat. Der Pinsel weiß nicht was er  malen wird. Der Meißel kennt nicht das Werk, das er bearbeitet. So ist es wenn Gott einen Menschen auserwählt, um in der Kirche eines seiner Werke entstehen zu lassen. Der Mensch ist das Werkzeug, er kennt das Werk nicht.“  (Chiara Lubich)


Quelle: Wo zwei oder Drei . . .- Verlag Neue Stadt – München

Tagesheilige 17. Oktober - Hl. Ignatius von Antiochien

Ignatius von Antiochien

Bischof, Märtyrer – Geboren: 1. Jh. in Rom, Italien – Gestorben: vor 117 in Rom, Italien – Patron gegen Halsschmerzen.

Im europäischen Raum tragen viele Kirchen de Namen von Ignatius, des „Gottesträgers“, wie er sich selbst nannte. Der Kanon-Heilige gehört zu den wichtigsten, vor allem aber zu den frühesten Zeugen der alten Kirche. Ignatius, der möglicherweise noch mit Christus zusammen getroffen ist, war ein Schüler des Apostels Johannes. Dieser war es auch, der Ignatius im Jahr 69 zum zweiten  oder, wenn man das Episkopat von Paulus hinzurechnet, zum dritten Bischof von Antiochien ernannte. Rund 49 Jahre hatte Ignatius in der Folge das Bischofsamt inne und zwar seiner Gemeinde ein Gütiger und treusorgender Oberhirte.
Als Ignatius schon hochbetagt war, Verurteilte ihn Kaiser Trajan, der zuvor schon Jahrelang versucht hatte den Bischof von seinen christlichen Glauben abzubringen, zum Tode.Zusammen mit weiteren Christen brachte man Ignatius auf einem Schiff von Antiochien nach Rom. Dort wurde der Greise Bischof im flavischen Amphitheater, dem heutigen Kolosseum, Löwen zum Fraß vorgeworfen. Schon im Angesicht des Todes, rief Ignatius noch aus: „Ich bin der Weizen Christi, ich muss durch die Zähne der Tiere gemahlen werden, um als reines Brot befunden zu werden.“ Teile der Gebeine des Märtyrers gelangten später wieder nach Antiochien zurück, ein Großteil wird bis heute in der Kirche S. Clemente in Rom verehrt. Das Todesjahr von Ignatius lag vor 117.
Berühmt wurden die sogenannten „Sieben heiligen Briefe“ von Ignatius. Es sind Schreiben, die der Bischof auf seiner Reise zur Hinrichtungsstätte in Rom an mehrere christliche Gemeinden richtete. Die ersten vier Briefe verfasste Ignatius in Smyrna, dem heutigen Izmir an der Türkischen Westküste. Sie waren gerichtet an Christen, die in Smyrna im Kerker einsaßen, und an die Christen-Gemeinden von Rom, Ephesus, Tralles und Magnesia. In Troas schrieb Ignatius drei weitere Briefe an die Gemeinden von Philippi, noch einmal an Smyrna und an dessen Bischof  Polykarp, mit dem er während seiner Reise zur Hinrichtung zusammengetroffen war. Alle Briefe musste Ignatius verschiedenen Christen, die ihn auf den Schiff besuchen durften, diktieren, da seine Hände in Fesseln lagen. In diesen Schreiben, die später in die Geschichte eingehen sollten, kam erstmals das Wort „katholische Kirche“ vor. In allen Briefen erklärte Ignatius, dass er erfüllt sei von der glühenden Liebe zu Jesus Christus, dass er ohne seinen Herrn nichts sei. Immer wieder betonte der zum Tod Verurteilte, wie sehr er sich nach dem Martyrium sehne. Berühmt wurde Ignatius auch durch seine Thesen über die Vormachtstellung des römischen Bischofs, also des Papstes. Die Christen forderte Ignatius inständig auf, ihren jeweiligen Bischof zu achten und zu ehren.

Verehrung/Brauchtum: Die Ostkirche feiert den Gedenktag von Ignatius am 20. Dezember. Im Osten war der Kult um Ignatius zeitweise sehr ausgeprägt; der Bischof und Märtyrer wurde dort als einer der Väter der Orthodoxie (Rechtsgläubigkeit) verehrt. Bei den Syrern feierte man den Gedenktag von Ignatius schon seit dem 4. Jh. am 17. Oktober, dem angeblichen Sterbetag.

Darstellung: Ignatius von Antiochien ist auf Abbildungen fast ausschließlich als alter Mann zu sehen, meist mit Bart. Die wohl älteste Darstellung des Bischofs dürfte ein Mosail in der Hagia Sophia in Istambul sein (9. Jh.). Ignatius wurde vor allem in der östlichen Kunst dargestellt, später aber auch in der Italienischen. Ein Beispiel für die deutsche Darstellung: eine Statue an der St. Ignatius-Kirche in Mainz von Johann-Jakob Jurcker (1772), die Ignatius mit einem Löwen zu Füßen zeigt.

Quelle: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf – Schauber-Schindler – Pattloch-Verlag

16.10.2017

Tagesheilige - 16. Oktober: HHll. Hedwig von Schlesien und Gerhard Majela

 
Miniatur, 1353, Schlackenwerther Codex,
 die erste deutsche Übersetzung der Hedwigslegende
Hl. Hedwig von Schlesien
(von Andechs)

Herzogin – Geboren 1174 in Andechs, Bayern – Gestorben 15. Oktober 1243 in Trebnitz, Polen.
Patronin vom Polen; von Schlesien; von Berlin, Breslau, Trebnitz und Krakau; der Heimatvertriebenen; der Brautleute

Eine Heilige aus fürstlichem Geschlechte, sie ist Muster aller drei weiblichen Stände, der Jungfrau, Frau und Witwe; sie schenkte ihrem Gemahl sieben Kinder, die sie in Frömmigkeit erzog; dann bat sie ihren Gatten um das Gelübde ehelicher Enthaltsamkeit; nach dessen Tode nahm sie den Schleier und lebte ein leben strenger Abtötung. Lebensgrundsatz der heiligen Hedwig: „Je höher man von Geburt ist, desto erhabener muss man auch in der Tugend sein; je vornehmer man dem Stande nach ist, mit desto schöneren Beispiel muss man den anderen voranleuchten!“

Grab der Hedwig in der Kirche in Trzebnica
Ausstellung 'Schlesische Kirchen', Dr. Paul Gerhard Eberlein, 2005


  


Hl. Gerhard Majella

Laienbruder, Mystiker CSSR – Geboren: 23. April 1725 in Muro Lucano, Italien – Gestorben 16. Oktober 1755 in Caposele bei Neapel, Italien.

Papst Pius X. sprach am 11. Dezember 1904 Gerhard Majella heilig, der von Beruf, eigentlich Schneider gewesen war, 23jährig jedoch Laienbruder im Redemptoristenorden wurde. In seinem Kloster in Süditalien übte Majella die Ämter des Pförtners und des Sakristans aus und bewies dabei außergewöhnliche Gnaden der Wunder und der Weissagung. Vielen seiner Patres war er dadurch bei ihren teilweise beschwerlichen Tätigkeiten behilflich.
Gerhard Majella wurde nach seinem Tod im Kloster Caposele bei Neapel beigesetzt; seine Grabstätte war von Beginn an das Ziel vieler Wallfahrer. Im Volk war Gerhard aufgrund seiner außergewöhnlichen Begnadungen schon von seiner Kindheit an verehrt und geliebt worden. Wenn er irgendwo in ein Dorf oder eine Stadt gekommen war, ging in Windeseile der Ruf herum: „Der Heilige ist da!“
Verehrung/Brauchtum: Gerhard Majella wird vor allem von Frauen, die sich ein Kinde wünschen oder die Schwanger sind, um Beistand angerufen. Aus diesem Grund trägt der Heilige den Beinamen „Engel der Mütter.“ In Italien, Belgien, England, Holland, aber auch in Norddeutschland und in den USA gehört Gerhard Majella zu den Volkstümlichsten Heiligen.
Darstellung: Gerhard Majella ist im Ordenskleid der Redemptoristen dargestellt, als Attribute hat er Buch, Kreuz und Totenschädel bei sich.


Quelle: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf – Schauber-Schindler - Pattloch-Verlag

Die heilige Messe gleicht der Sonne des Tages




Die heilige Messe geht allen Andachten vor. Wenn die Heilige Messe unterlassen wird, trocknet alle innerliche Andacht ein.

Wie die Sonne alle Planeten übertrifft, so überragt die andächtige Mitfeier der Heiligen Messe alle anderen Werke der Frömmigkeit.  (P. Martin von Cochem)


Quelle: Herz-Mariä-Bund

15.10.2017

Tagesheilige 15. Oktoner: hl Teresia von Avila

Theresia von Ávila (von Jesus)
Jungfrau

Ordensgründerin, Mystikerin, Kirchenlehrerin OCD.
 Geboren: 28. März 1515 in Ávila, Spanien.
Gestorben: 4. Oktober 1582 in Alba de Tormes, Spanien.
Patronin von Spanien; des Erzbistums Mexico; von Ávila, Alba de Tormes und Neapel; aller Karmelitergenossenschaften; der Spanischen Schriftsteller (1965); in geistlichen Nöten; um die Gnade, beten zu können; für ein innerliches Leben; der Bortenmacher; gegen Herz- und Kopfleiden.

Eine der Größten Heiligen aus dem Frauengeschlechte. Ausgezeichnet durch Gaben des Geistes und des Körpers, trat sie schon mit zwölf Jahren nach dem Tode ihrer Eltern ins Karmeliterkloster ein. 17 Jahre lang trug sie schwere körperliche Leiden. Ihr Lebenswahlspruch war: „Herr, entweder leiden oder sterben.“
„Gott genügt mir“ (Hl. Theresia). „Mein Vater hatte eine besondere Liebe zu den Armen und ein großes Mitleid mit den Kranken und Dienstboten. Er war ferner sehr wahrheitsliebend, niemand hörte ihn je fluchen oder anderen übel anreden, und der Zucht und Ehrbarkeit war er ausgezeichnet ergeben. Meine Mutter liebte Sittsamkeit im höchsten Grade, und obwohl sie von ausnehmender Schönheit war, so konnte man doch nie an ihr bemerken, dasssie einen Wert darauf legte. Sie war sanft von Charakter und hatte einen Scharfen Verstand. Zeitlebens hat sie große Trübsale erduldet und sehr christlich ist sie gestorben.“ (Hl. Theresia)

Quellen: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf – Schauber-Schindler – Pattloch-Verlag.

Sonne Dich – P. Max Dudle SJ. - Hrsg.: DVCK e. V., Frankfurt am Main

Das Gebet erniedrigt nicht, sondern erhöht

Christus der Herr, hat jedoch nirgends versprochen, uns auf dieser Welt unter allen Umständen glücklich zu machen. Er hat uns versprochen – so lesen wir im Evangelium – uns zu erhören wie der Vater seinen Sohn, dem er, selbst wenn er darum bäte, nicht einen Stein, eine Schlange oder einen Skorpion zur Speise geben wird, sondern Brot, Fisch oder Ei, womit er sich nähren und wodurch er weiter leben und wachsen wird. Was Jesus, unser Erlöser, uns als Frucht unserer Gebete sicher zu gewähren versprochen hat, sind nicht die Gunstbezeigungen, die die Menschen oft in Unkenntnis dessen erbitten, was ihrem Heil wirklich zuträglich ist, sondern jener „gute Geist“, jenes Brot der übernatürlichen Gaben, die für unsere Seelen notwendig und voll nutzen sind, jener Fisch, den er bereitet hat und den der auferstandene Heiland als sein künftiges Sinnbild an den Ufern des Sees von Tiberias den Aposteln als Speise darbot; jenes Ei, Nahrung für die Kleinen in der Andacht und Frömmigkeit, das die Menschen oft nicht unterscheiden von den Steinen, die dem ewigen Heil so sehr schaden und die ihnen Satan, der Versuche anbietet...

Das Gebet soll also ein Bitten um das sein, was für unsere Seele gut ist, ein inständiges Bitten darum, aber auch ein frommes Bitten.
Das fromme Gebet! Es ist nicht das Gebet des bloßen Klangs von Worten, bei dem Geist und Herz und Auge umherschweifen, sondern ist gesammeltes Beten, das vor Gott mit kindlichen Vertrauen beseelt, das erleuchtet ist mit lebendigen Glauben, durchtränkt mit Liebe zu Gott, zu den Brüdern und Schwestern. Es ist Gebet, das in der Gnade Gottes verrichtet wird, immer verdienstvoll fürs ewige Leben, immer demütig gerade in seinen Vertrauen; es ist Gebet, das, wenn ihr vor den Altären oder dem Bild des Gekreuzigten und der Allerheiligsten Jungfrau in eurem Hause niederkniet, nicht den Hochmut de Pharisäers kennt, der sich für besser hält als die anderen Menschen, sondern das euch, dem armen Zöllner gleich, in eurem Herzen fühlen lässt, daß alles, was ihr empfangen werdet, Barmherzigkeit Gottes gegen euch ist . . .
Das Gebet ist also ein Gut des Menschen: es verdemütigt und erniedrigt nicht, es erhöht vielmehr und macht groß. Die besten Künstler, die Meister der bildlichen Psychologie, haben nichts geschaffen, was da Gemüt machtvoller ergreift als die Darstellung des Menschen im Gebet. In jener Haltung des Betenden offenbart er seinen höchsten Adel. So daß man treffend behauptet hat, daß „der Mensch nur groß ist, wenn er kniet“.

Pius XII. - Aus der Ansprache in der Allgemeinen Audienz, 2. Juli 1941